Kassel →

PP-Ausbildung Januar 2026, KJP April 2026, PP und KJP Frühjahr/Sommer 2027

Marburg →

Ausbildungsbeginn PP Oktober 2026 und Frühjahr/Sommer 2027

Friedrichsdorf →

Ausbildungsbeginn PP Oktober 2026 und Frühjahr/Sommer 2027

Offenbach →

Ausbildungsbeginn KJP April 2026 und Frühjahr/Sommer 2027

40 Jahre AWKV

Wow, wir feiern dieses Jahr tatsächlich 40 Jahre AWKV.

Darauf sind wir, ich würde sagen zu Recht, stolz. Gegründet von wirklich tatkräftigen und unermüdlichen Pionieren der klinischen Verhaltenstherapie im Juni 1985 in Marburg um Prof. Karl Bönner, begann schon im gleichen Monat die 1. Weiterbildung in der damals noch WKV genannten neuen Weiterbildungsstätte. Wenn man bedenkt, dass erst 1986 die Verhaltenstherapie als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt wurde, eine wirklich mutige und, wie wir heute wissen, zukunftsträchtige Entscheidung. Im Oktober 1990 erkannte dann auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung endgültig die damalige WKV als Weiterbildungsinstitut für eine 5jährige Weiterbildung in Verhaltenstherapie an, was den Weiterbildungsteilnehmer:innen die Möglichkeit eröffnete, nun Therapien über die Krankenkasse abrechnen zu können. Daraufhin wurden neue Weiterbildungsgruppen an verschiedenen Standorten gebildet, bis dann 1992 „richtige“ Ambulanzen sowohl in Marburg, als auch in Friedrichsdorf eingerichtet wurden, an denen die Weiterbildungstherapien durchgeführt werden konnten – ein Meilenstein.

Die 90er Jahre waren berufspolitisch eher „wilde“ Zeiten. Es wurde auf den verschiedensten Ebenen um die Entwicklung eines Psychotherapeutengesetzes gerungen. 1997 kam es sogar zur großen Psychologen-Demo in Bonn mit gut 5000 streitbaren Kolleginnen und Kollegen, bis dann 1998 endlich das Psychotherapeutengesetz verabschiedet und neue Psychotherapie-Richtlinien erlassen wurden. Am 1. Januar 1999 trat dieses für uns so bedeutende Gesetz in Kraft und aus der WKV wurde entsprechend den neuen Richtlinien die Aus- und Weiterbildungseinrichtung AWKV. Im gleichen Jahr wurde in Kassel zudem eine weitere Ausbildungsstätte für Kinder- und Jugendpsychotherapie eingerichtet. Diesen Beginn der nun rechtsverbindlichen Ausbildung in klinischer Verhaltenstherapie sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche, nannte Doerthe Klingelhöfer im letzten Jahr in ihrer Abschiedsrede als Geschäftsführerin der AWKV einen „Aufbruch in eine neue Ära“. Und das war es ganz sicher auch. Nun gab es klar definierte Ausbildungsstandards, einen staatlich anerkannten Abschluss und die lange geforderte Anerkennung als selbstständiger Heilberuf mit geschützter Berufsbezeichnung als Psychologische Psychotherapeut:in und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in. In der AWKV ging es mit der Aufbruchstimmung 2000 gleich weiter. Es nahmen nun nicht nur die ersten PP-Ausbildungsgruppen der AWKV ihre Arbeit auf, sondern in Kassel auch erstmals KJP-Gruppen. Das Angebot einer Qualifikation im KJP-Bereich wurde damit, neben dem verhaltenstherapeutischen Zusatzcurriculum-KJP, das es in der WKV seit den 90er Jahren gab, entscheidend erweitert.

Es ist dies die erstaunliche Geschichte eines kleinen Vereins mit wenigen Mitgliedern, gegründet 1985 in Marburg, der die verhaltenstherapeutische Weiterbildung von psychologischen und ärztlichen Psychotherapeut:innen in Hessen fördern wollte und sich in den nachfolgenden Jahren zu einem großen hessischen Ausbildungsinstitut im Bereich PP und KJP mit Ausbildungsstandorten in Kassel, Marburg, Friedrichsdorf und zuletzt Offenbach entwickelt hat. Dass dies auf lange Sicht durch die Trägerschaft eines kleinen gemeinnützigen Vereins mit persönlich haftenden Vorstandsmitgliedern nicht mehr zu schultern war, lag irgendwann auf der Hand. Und so ist es nur folgerichtig, dass das Ausbildungsinstitut der AWKV unter Karl Seipel als Vorsitzenden vor nun gut 10 Jahren in eine gGmbH ausgegründet wurde. Seither wird die AWKV gGmbH vom AWKV e.V. als Gesellschafter getragen und durch die Geschäftsführung vertreten. Der ehrenamtliche Vorstand des weiterhin bestehenden gemeinnützigen Vereins AWKV e.V. mit seinen drei gewählten Mitgliedern stellt die Gesellschafterversammlung der AWKV gGmbH, bestellen die Geschäftsführung und übt eine Aufsichtsfunktion gegenüber der AWKV gGmbH und deren Geschäftsführung aus. Durch diese Trennung der Funktionsbereiche ist die AWKV als Ausbildungsinstitut nicht nur krisenfest, sondern kann das langfristige Ziel einer qualitativ hochwertigen Ausbildung fest im Blick behalten.

Doch damit ist die Geschichte der AWKV natürlich noch nicht zu Ende. Die im September 2020 in Kraft getretene Reform der Psychotherapie-Ausbildung ist weitreichend und bringt neue Herausforderungen für die AWKV mit sich. In der AWKV freuen wir uns auf viele weitere erfolgreiche Jahre in der Ausbildung, und zukünftig dann wieder Weiterbildung, in klinischer Verhaltenstherapie.

Für den Vorstand der AWKV e.V.

Gabriele Langerhans